Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Station: Indien, März 2009

Peace Counts on Tour India Round 1

Die Erfahrungen der vergangenen fünf Stationen (der Jahre 2006-2008) und die kürzliche Auszeichnung mit dem Marburger Peter-Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung zeigen, dass die Peace Counts on Tour ein inspirierendes und motivierendes Projekt für alle Beteiligten darstellt.

Aufgrund dieser Erfahrungen wurde ein neues Konzept für die Workshops vor Ort konzipiert, um im Sinne der Nachhaltigkeit weitreichendere Ergebnisse zu erzielen. So unterschied sich die Station Indien maßgeblich von den vergangenen. Idee war es, MultiplikatorInnen auszubilden, um die Inhalte und Materialien der Ausstellung „Peacebuilders Around the World“ mit lokalen ExpertInnen und Peacebuildern in verschiedene Landesteile Indiens zu bringen. 

So fand vom 2.-5. März ein Train-the-Trainer-Programm (ToT) mit 22 erfahrenen MultiplikatorInnen (Friedensaktivisten und –kräften) im YMCA New Delhi statt. In einem 5-tägigen friedenspädagogischen Workshop wurde mit einer Gruppe derselben Besetzung intensiv gearbeitet. Sie wurden mit den Inhalten, Methoden und Materialien von Peace Counts on Tour vertraut gemacht (Ausstellung „Peacebuilders Around the World“, „Peace Education Package“). Dieses neu gebildete „Peace Counts Team India“ wird nach dem Abschluss des ToT die in Indien nachproduzierte Ausstellung in drei Regionen (Manipur, Maharashtra und Orissa) begleiten und im Rahmenprogramm Seminare für Lehrerinnen und Lehrer, für Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen und Jugendarbeiter durchführen.

Der Workshop in Delhi war der erste von mehreren Phasen der Station Indien. So wird die Ausstellung nun in Imphal (Manipur), Kandhamal (Orissa) und Mumbai (Maharashtra) gezeigt. Am Ende des einwöchtiges ToTs konnte ein konkreter Fahrplan für die kommenden Monate etabliert werden. Danach werden die Erfahrungen gemeinsam mit Vertretern des ifts und vom Peace Counts project evaluiert, bevor ein weiteres ToT für 15-20 weitere MultiplikatorInnen angeboten wird (Juli 2009). Danach wird die Ausstellung zwei Jahre durch Indien reisen.

Zudem stellte sich dieses Format als einen Begegnungsplattform für die TeilnehmerInnen heraus, die teilweise zum ersten Mal aus ihrer jeweiligen Umgebung heraus und in einem anderen Kontext eingebunden waren (Delhi). Somit ergaben sich zahlreiche Diskussionen und ein Austausch über die verschiedenen Situationen und Problembereiche der verschiedenen Landesteile.

Seitens des Instituts für Friedenspädagogik wurde das Peace Education Package vorgestellt. Dieses Toolkit enthält im Wesentlichen vier Module, die in enger Verbindung zur Ausstellung stehen:

·      Visions of Peace

·      Culture of Conflict

·      Conflict Stories

·      How to be a peacebuilder

Durchführende Organisationen vor Ort sind die jeweiligen Einrichtungen immer in Verbindung mit INSAF. INSAF organisiert den Ausstellungstransfer und koordiniert das Projekt in Indien. Inhaltlicher Partner sind das Institut für Friedenspädagogik und das Peace Counts project. Sie erstellen die Materialien für die Workshops in Mumbai, Manipur und Orissa und stehen im regelmäßigen Austausch mit den 22 MultiplikatorInnen. Neben dieser beratenden Funktion organisieren sie gemeinsam mit dem lokalen Partner INSAF ein Evaluationstreffen aller 22 Trainer im Juli.

Die Feedback-Runde am Ende der Trainingswoche ergab, dass anfängliche Skepsis und Zweifel bezüglich eines von ausländischen Experten betreuten Workshops in Begeisterung für das Thema der Ausstellung umschlugen und viele erfahrene Friedensaktivisten und Peacebuilder neue Impulse für ihre Arbeit entdecken konnten. Teilweise fühlen sie sich nun neu gestärkt um sich in ihrem jeweiligen Konfliktkontext weiter zu engagieren und sie fühlten sich inspiriert von den Best-Practice-Beispielen und insbesondere von den charismatischen FriedensstifterInnen der Ausstellung.

Wichtigste Partnerorganisation ist Brot für die Welt; Partner vor Ort sind das Indian Social Action Forum (INSAF) und die Organisation Act Now For Harmony And Democracy (anhad).

Gefördert wird „Peace Counts on Tour“ vom Auswärtigen Amt bzw. vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) mit seinem Förderprogramm (zivik).


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