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Station: Mazedonien, Oktober 2007

Ausstellung und Workshops in der Nationalgalerie Skopje

Ein halbes Jahr nach Durchführung des erfolgreichen Pilotprojektes von „Peace Counts on Tour“ in Colombo (Sri Lanka) war im Oktober 2007 die mazedonische Hauptstadt Skopje die zweite Station. Zehn Tage lang betreuten Uli Jäger und Ana Mijic (ift) sowie Tilman Wörtz (Agentur Zeitenspiegel) in Mazedonien die Ausstellung „Peace Builders Around the World“ und führten friedenspädagogische Workshops durch.

Station Mazedonien
Nach der erfolgreichen Durchführung eines Pilotprojektes in Sri Lanka (Februar 2007) wurde „Peace Counts on Tour“ im Oktober 2007 in Mazedonien fortgesetzt. Partner vor Ort war die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, OSZE. Deren „Spillover Monitor Mission to Skopje“ wurde bereits 1992 initiiert und ist die am längsten andauernde Mission der OSZE.

Mazedonien gilt als Beispiel für erfolgreiche Konfliktprävention, u.a. durch internationale Organisationen wie die OSZE. Gleichwohl birgt das heutige Mazedonien ein weiterhin hohes Konfliktpotential und die dort tätigen Friedensallianzen von internen und externen Akteuren bedürfen nachhaltiger Unterstützung und Ermutigung. Die 2001 eskalierten gewaltsamen Ausschreitungen vor allem zwischen albanischen Rebellen und mazedonischer Polizei und Armee konnten durch das Eingreifen der NATO, der EU und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beendet werden. Auf internationalen Druck hin einigten sich die Konfliktparteien auf das „Rahmenabkommen von Ohrid“, in dessen Mittelpunkt die Verbesserung der Minderheitenrechte durch zahlreiche Verfassungsänderungen steht.

Die im Rahmenabkommen von Ohrid vereinbarten Verfassungsreformen werden jedoch zwischenzeitlich selbst in Frage gestellt. Sie werden von der mazedonischen Mehrheit als eine Verletzung nationaler Rechte empfunden, was damit zusammenhängt, dass sie eine positive Diskriminierung der albanischen Minderheit mit sich bringen. Dies führte letztlich zu einer tieferen Spaltung zwischen den ethnischen Gruppen, die auch heute noch die mazedonische Gesellschaft charakterisiert. Als Indikator (und gleichzeitig Ursache) für die anhaltende ethnische Spaltung wird etwa das mazedonische Bildungssystem angeführt: Vormals ethnisch gemischte Schulen werden getrennt, das Lehrpersonal ist hochgradig politisiert. Die Kenntnisse der Staatssprache Mazedonisch gehen innerhalb der albanischen Minderheit weiter zurück und an ethnisch gemischten Schulen mangelt es an gut ausgebildetem Lehrpersonal. Eine solche Spaltung fördert bereits im frühen Kindesalter Vorurteile und Feindbilder sowie negative soziale Verhaltensmuster.

Des Weiteren wird bemängelt, dass die ethnische Minderheit der Roma im Rahmenabkommen von Ohrid nicht berücksichtigt wurde. Wie in den meisten ost- und südosteuropäischen Ländern gehören die Roma auch in Mazedonien zu den am stärksten diskriminierten Minderheiten. Trotz des Rahmenabkommens von Ohrid und seiner Umsetzung, ist die Situation in Mazedonien also als spannungsgeladen zu bezeichnen. Eine zusätzliche Belastung für die soziale Stabilität des Landes stellt die hohe Arbeitslosigkeit von über 30 Prozent dar.


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