Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Pädagogisches Begleitprogramm

Der pädagogische Ansatz des Begleitprogramms
Das Begleitprogramm zur Ausstellung baut nicht auf einer „klassischen“ Führung durch die Ausstellung auf, sondern auf Erkundung und Selbstlernelementen in Gruppen. Es kombiniert deshalb verschiedene Sozialformen des Lernens: Einzelarbeit, Gruppenarbeit und Plenum. Dabei geht es immer auch darum Neugier am Thema zu wecken und selbst Zusammenhänge zu entdecken.

Der Lernzirkel
Als Begleitprogramm wurde deshalb die Form eines flexiblen Lernzirkels gewählt, dessen Durchführung (in seiner Grundform) ca. 3 Schulstunden benötigt aber auch entsprechend dem Zeitbudget der teilnehmenden Gruppen variabel gestaltet werden kann.

Das Begleitprogramm beginnt mit einer strukturierten Erkundung der Ausstellung. Danach arbeiten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen vertiefend an verschiedenen Lernstationen: So gibt es z.B. eine Station „Wege zur Gewalt – Wege aus der Gewalt“. Hier wird anhand von Interviews mit Joe Doherty und Peter McGuire (beides Ex-Terroristen aus Nordirland und heute in der Sozialarbeit mit Jugendlichen tätig) deutlich, welche Erlebnisse und Überzeugungen Menschen dazu bringen Gewalt anzuwenden und welche dazu führen, der Gewalt abzuschwören. An einer anderen Station wird anhand von Bildkarten bearbeitet, wie Konflikte eskalieren und was zur Deeskalation beiträgt. Schließlich erfahren die Jugendlichen auch Details über die friedensstiftende Kraft des Fußballs in Kolumbien und was Fair Play bedeuten kann.
„Wie man Frieden macht“ und „Über Krieg und Frieden berichten“ sind weitere Stationen. Die Stationen werden den Lernvoraussetzungen der Klasse angepasst. Bei allen Stationen wird der Bezug zur Ausstellung hergestellt. Je nachdem wie viel Zeit zur Verfügung steht, rotieren die Gruppen zwischen den einzelnen Stationen ein oder mehrere Male.

Im Schlussplenum werden die Ergebnisse der verschiedenen Stationen zusammengetragen und mit Erkenntnissen der Friedens- und Konfliktforschung konfrontiert. Multimedia-Sequenzen aus den angesprochenen Projekten vermitteln dabei vertiefende Informationen. In einem Abschlussfragebogen
werden die Eindrücke und Lernergebnisse festgehalten.

Das spezifische an dem Lernzirkel ist, dass das Niveau der Materialien und Fragestellungen dem der teilnehmenden Schulklassen angepasst werden kann. Somit ist es möglich sowohl 9. Klassen der Hauptschule als auch 12. Klassen des Gymnasiums oder studentische Gruppeneinzubeziehen.

Betreuung durch Studentinnen und Studenten
Das Schulische Begleitprogramm zur Ausstellung wird von speziell ausgebildeten Studentinnen und Studenten betreut. Durch die Vorbereitungsseminare und die Möglichkeit eigene praktische Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit zu machen erwerben diese vielfältige thematische als auch methodisch-didaktische Qualifikation. Für die Schülerinnen und Schüler ist dieser Peeransatz höchst
interessant, da die Betreuerinnen und Betreuer relativ nahe an ihrer eigenen Altersgruppe sind und sich so ein gegenseitiges Verständnis jenseits vom schulischen Alltag aufbaut.

Um eine Rückbindung und Reflexion zu erreichen, füllen alle Betreuer regelmäßig Evaluationsbögen aus, die zu einer direkten Rückmeldung führen und besprochen werden.

Die gezeigten Fotos und dargestellten Projekte vermitteln einen Zugang und Überblick über 10 Best-Practice-Beispiele. Sie wurden so ausgewählt, dass die Vielfalt von Arbeitsansätzen deutlich wird:

– Schaffen von neutralen waffenfreien Zonen und deren
Überwachung.
– Aufbau von Lebensperspektiven durch
Selbstversorgungsstrukturen.
– Sport als Integrations- und Lernprojekt.
– Ermöglichung von Bildungschancen durch Sozialarbeit
und Bildungsangebote;
– Jugendliche von paramilitärischen Gruppen fernhalten
durch alternative Beschäftigungen und Freizeitangebote.
– Finanzielle Anreize als Motivation zur Kooperation.
– Förderung des Dialogs zwischen Kulturen.
– Vermittlung von Kompetenzen zum konstruktiven
Umgang mit Konflikten.
– Konfliktgespräche und Begegnung in geschützten
Räumen.

Lernen in und mit der Ausstellung bedeutet

– sich von den Bildern anrühren und ansprechen lassen;
– die Fotos und Reportagen zum Ausgangspunkt für
weitere Erkundungen und Reflexionen zu machen;
– die Projekte vergleichend zu betrachten und dabei die
Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen;
– die Friedensmacher in ihrer persönlichen und sozialen
Geschichte zu sehen und zu begreifen;
– immer wieder Bezüge zum eigenen Leben und der
eigenen Situation zu erkennen und herzustellen.

Das pädagogische Begleitprogramm kann auch bestellt werden.

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