Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Evaluation von Peace Counts School (2006-2007)

Vor über einem Jahr startete das friedenspädagogische Projekt “Peace Counts School”.

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Aufbauend auf die von Peace Counts project recherchierten und dokumentierten weltweit einzigartigen Reportagen und Dokumentation über Friedensmacher in über 30 Konflikt- und Krisengebieten wurden für den Bildungsbereich – insbesondere für die Schule – ein pädagogisches Arrangement sowie methodisch-didaktische Materialien entwickelt, produziert und vor Ort praktisch erprobt.

Im Zentrum des Projektes stand die Entwicklung der didaktischen Ausstellung „Peace Counts. Die Erfolge der Friedensmacher“ mit einem pädagogischen Begleitprogramm und didaktischen Materialien, sowie die Durchführung der Ausstellung mit schulischem Begleitprogramm in Stuttgart, Tübingen, Heidelberg und Freiburg.

In einem zweiten Schritt wurden eine Posterfassung der Ausstellung sowie weitere Unterrichtsmaterialien unter dem Namen „Lernen mit Peace Counts“ entwickelt, die unabhängig von der Ausstellung eingesetzt werden können.

Über ein spezielles Internetangebot – www.peace-counts-school.org – sind alles Materialien abrufbar. Eigens produzierte Podcasts ermöglichen einen auditiven Zugang zu den Inhalten von Peace Counts. Darüber hinaus dient dieser Internet-Server der Dokumentation der durchgeführten Aktivitäten.

Insgesamt haben 91 Schulkassen mit ca. 1.744 Schülerinnen und Schülern an dem Begleitprogramm zur Ausstellung teilgenommen. Hinzu kamen 9 weitere Veranstaltungen in Heidelberg mit ca. 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. 78 Studentinnen und Studenten wurden als Betreuerinnen und Betreuer qualifiziert und haben unter Anleitung von Mitarbeitern des Instituts für Friedenspädagogik die Lernzirkel vor Ort durchgeführt.

Ausstellung und Begleitprogramm können als „pädagogische Intervention“ in den Schulalltag gesehen werden, die trotz der begrenzten Zeit, zentrale Fragen des Umgangs mit Gewalt und Konflikten aufwirft, exemplarische Antworten vorstellt und das Interesse an mehr Informationen aber auch an Möglichkeiten des eigenen Engagements weckt. Bei den Auswertungsbögen der Schülerinnen und Schüler stand auf die Frage „Was hat dir nicht gefallen“ an erster Stelle die Antwort „zu wenig Zeit“, obwohl drei Schulstunden ohne Pause gearbeitet wurde. Dies zeigt die Motivation der Schülerinnen und Schüler und dass es gelungen ist, Interesse an der Thematik zu wecken.

Bei den allermeisten Betreuerinnen und Betreuern war die Mitarbeit und Mitgestaltung des Projektes persönlich und für das Studium eine äußerst bereichernde und motivierende Erfahrung. Motivierend in Bezug auf Möglichkeiten des Engagements gegen Gewalt und für den Frieden. Motivierend aber auch in Bezug auf das Kennen lernen und sich selbst Erproben in einem Lernfeld das ansonsten für sie in dieser professionellen Form kaum zugänglich ist.

Für die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer bedeutete die Teilnahme an diesen Lernarrangements i.d.R. die „versteckten“ Potentiale ihrer Klasse zu entdecken sowie thematische und methodisch-didaktische Hinweise für motivierenden Unterricht kennen zu lernen und gleichzeitig einen thematischen Zugang zur Friedenspädagogik und zu Fragen des Umgangs mit Konflikten und mit Gewalt zu erhalten.

Um diese Weiterarbeit an den in Ausstellung angesprochenen Themen zu ermöglichen, wurden über das Begleitprogramm zur Ausstellung hinaus weitere Materialien entwickelt und über das Internet-Angebot zugänglich gemacht.

Hierzu gehören u.a. die Broschüre „Lernen mit Peace Counts“, die unterrichtsbezogene Lernsequenzen zu ausgewählten thematischen Aspekten von Peace Counts aufgreift.

Die Durchführung der Ausstellung mit Begleitprogramm in Stuttgart (Pilotphase), Tübingen, Heidelberg und Freiburg kann als großer Erfolg bewertet werden. Nicht nur in Bezug auf die Zahl der beteiligten Schulklassen und studentischen Betreuerinnen und Betreuer sondern auch und gerade auch in Bezug auf die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen was die Umsetzung und Implementierung von Modellen der Friedenspädagogik betrifft. Insbesondere ist der Ansatz, Studierende stark in die Praxis einzubeziehen als gelungen, wenn nicht gar als wegweisend zu betrachten.

Es gibt in Deutschland kein vergleichbares friedenspädagogisches Modell, das inhaltlich so fundiert und methodisch so vielfältig angelegt und dazu mit einer Vielzahl verfügbarer Materialien (von Ausstellungen über Printmedien bis zu CD-ROMs, Podcasts und Internetangeboten) so konsequent umgesetzt wurde. Das Entscheidende jedoch ist, dass der praktische Ansatz sowie die Materialien in der Praxis unter verschiedenen Bedingungen erprobt, optimiert und evaluiert wurden. Dies ist umso wichtiger einzustufen, da nur äußerst selten friedenspädagogische (oder auch gewaltpräventive) Praxisansätze einer Evaluation unterzogen werden. Wir betrachten deshalb das Projekt Peace Counts School als einen äußerst wichtigen Schritt in Bezug auf die systematische Etablierung von Friedenspädagogik in der Schule und außerschulischen Bildungsarbeit.

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