Home / Service / Unterrichtsmate... / Methoden / WebQuests / Was sind WebQuests?
Webquest sind internet-basierte Lern-Arrangements, die die Ressourcen des Internets für Lernprozesse gezielt nutzen. Dabei geht es um aktives Erforschen, Aufarbeiten und produktorientiertes Gestalten. Die Aufgabe könnte zwar prinzipiell auch als Einzel-, Partnerarbeit durchgeführt werden, WebQuests werden jedoch i.d.R. als Gruppenarbeit konzipiert, wobei sowohl arbeitsteilige als auch aufgabengleiche Gruppenarbeit möglich ist. Die notwendigen Informationen beruhen auf authentischen Texten und Quellen. Primär sind diese Quellen im Internet zugänglich und werden dort abgerufen. Die Ergebnisse der Arbeit werden wiederum im Netz präsentiert.
Die Aufgabenstellung ist dabei so, dass sie für kleine Lerngruppen selbständig zu bewältigen sind und, dass als Ergebnis ein konkretes „Produkt“ präsentiert werden kann. Der Begriff „Produkt“ ist dabei sehr weit zu verstehen, Produkte können z.B. Plakate, Diskussionsvorlage, Dossiers, eigene Web-Sites o.ä. sein. Es geht also zum einen zum die Auseinandersetzung mit und die Erarbeitung von Inhalt unter dem Aspekt der Zuspitzung auf ein präsentierbares (Produkt-)Ergebnis.
Wichtig ist dabei allerdings eine eingehende Vorbereitung. Das Internet ist zwar die „grösste Enzyklopädie der Welt“, dabei aber völlig chaotisch und unstrukturiert aufgebaut. Denn wenn jeder publizieren kann, was und wie er will, dann gibt es auch Unmengen von Unsinn und Belanglosigkeiten. Wer deshalb Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit im Netz einfach sich selbst überlässt, darf sich kaum wundern, dass die vermeintliche Motivation durch die Auseinandersetzung mit authentischem Material schnell zur blossen Überforderung wird und die Demotivierung vorprogrammiert ist.
Bernie Dodge unterscheidet zwei Typen von WebQuests (Bernie Dodge, 1995):
Short Term WebQuest
Ziel ist die Akquisition und Integration von Wissen. Die Lernenden sollen eine signifikante Menge an neuen Informationen erhalten und verarbeiten. Als Richtzeit sind eine bis drei Lektionen vorgesehen.
Longer Term WebQuest
Ziel ist ein Ausbau und Vertiefen von Wissen. Die Lernenden sollen ein Wissensgebiet tiefgründig analysieren und transformieren können. Danach sollen sie ihre gewonnenen Erkenntnisse in irgendeiner Form dokumentieren (online oder offline), damit andere darauf reagieren können.
Die formale Struktur von „WebQuests“ ist relativ streng und sollte nach Dodge mindestens sechs Teile enthalten:
1. Eine Einführung, die Voraussetzungen und Hintergrundinformationen liefert
2. Eine lösbare, sinnvolle Problemstellung
3. Eine Auswahl von Informationsquellen, die zum Lösen der Problemstellung benötigt werden. Die Informationsquellen sind im WebQuest-Dokument integriert oder zumindest als Links zu externen Web-Seiten vorhanden. Informationsquellen können neben Web-Seiten auch Experten über E-Mail, IRCs, Datenbanken im Netz sowie andere physische Quellen wie Bücher sein.
4. Eine Beschreibung des Prozesses, den ein Lernender beim Lösen der Problemstellung durchlaufen sollte. Der Prozess sollte in klare Teilschritte aufgegliedert sein.
5. Eine Anleitung, wie eine mögliche Organisation der gefundenen Informationen vorgenommen werden kann. Mögliche Formen sind z.B. lenkende Fragen, Concept Maps, Ursache-Wirkungs-Diagramme etc.
6. Ein Abschluss, der die Lernenden an das Gelernte erinnert und sie vielleicht dazu ermutigt, die Erfahrungen in andere Bereiche zu übertragen.
Vgl. Heinz Moser, www.web-quest.ch
Bernie Dodge: Some Toughts About WebQuests.
http://webquest.sdsu.edu/about_webquests.html
Literatur
Norman Kegler: Lernen mit WebQuests. Kommt das Medium nicht zur Methoden, muss die Methode zum Medium kommen. In: kursiv. Journal für politische Bildung 4/202, S. 42-45.
Heinz Moser: Abenteuer Internet: Lernen mit WebQuests. Zürich 2000.
© 2003, Günther Gugel, Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.