Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

Home / Themen / Gewalt überwinden / ÖRK-Kampagne "Frieden in der Stadt"

ÖRK-Kampagne "Frieden in der Stadt"

Bis zur Achten Vollversammlung des ÖRK im Dezember 1998 konzentrierte sich das "Programm zur Überwindung von Gewalt" auf die weltweite Kampagne "Friede für die Stadt", die 1999 fortgesetzt und vertieft wurde. "Friede für die Stadt" ist eine weltweite Kampagne, die Menschen und Organisationen miteinander verbinden soll, die sich aktiv für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen.
Aus folgenden Gründen konzentriert sich die Kampagne auf die Stadt:
- Städte sind in der modernen Gesellschaft einer der Hauptorte menschlichen Zusammenlebens. Als Zentren von Bevölkerungskonzentration, Handel, Finanz, politischer Macht und Kultur sind sie eine Metapher für die moderne Welt.
- Städte gibt es auf der ganzen Welt, und sie tragen viele gemeinsame Züge.
- Städte stellen einen Mikrokosmos dar, und wir begegnen in ihnen äusserst zerstörerischen Kräften der Gewalt wie auch höchst einfallsreichen Initiativen zu ihrer Überwindung.
- "Friede für die Stadt" nimmt Bezug auf den Eingangsgruss der Briefe an die christlichen Urgemeinden, die Spaltungen und Spannungen kannten und in Gesellschaften lebten, denen Gewalt nicht unbekannt war.

Die Kampagne gründet in der Sehnsucht der Menschen nach Frieden und Gerechtigkeit in ihrem umfassendsten Sinn. Sie greift die wiederholte Infragestellung von ungerechten Strukturen und Gewalten auf, die Leben und volle Genüge für alle sowie rechte Beziehungen zwischen den Menschen und zur Schöpfung verneinen. Während des gesamten Prozesses soll Kirchen und Gruppen die Möglichkeit gegeben werden, miteinander Verbindung aufzunehmen und Erfahrungen auszutauschen. Die Initiatoren der Kampagne hoffen, daß daraus eine interessante, neue und über das Jahr 1998 hinaus wirksame ökumenische Initiative entsteht.

Ziele der Kampagne
Mit ihrer Auswahl von acht Städten will die Kampagne kreative Modelle für die Verwirklichung von Frieden und versöhnter Gemeinschaft vorstellen, um
- diese Modelle sichtbar zu machen,
- den Wert ihrer Ansätze und Methoden hervorzuheben,
- die bisherigen Lektionen zu bündeln und zu neuen Erkenntnissen und Sichtweisen zu gelangen,
- zu Austausch und Vernetzung anzuregen,
- anderen Hoffnung zu vermitteln und ihnen die Werkzeuge an die Hand zu geben, in ihrem eigenen Kontext ähnliches zu versuchen. Von Belfast nach Suva: Städte in der Kampagne Initiativgruppen in den folgenden acht Städten sind an der Kampagne beteiligt: Belfast, Nordirland; Boston, Vereinigte Staaten; Colombo, Sri Lanka; Durban, Südafrika; Kingston, Jamaika; Rio de Janeiro, Brasilien; Suva, Fidschi; Bethlehem (Israel). Neben den symbolischen acht Städten sind Kirchen, Religionsgemeinschaften, Organisationen für Frieden und Gerechtigkeit sowie in der Friedensarbeit engagierte Einzelpersonen auf der ganzen Welt eingeladen, sich an der Kampagne zu beteiligen und ein dynamisches weltweites Friedensnetz zu knüpfen.

Global Lernen, 3/98, S. 6

Kontaktadresse:
Ökumenischer Rat der Kirchen, 150, route de Ferney, Posfach 2100, CH-1211 Genf 2, Schweiz

Eine PDF-Version dieser Seite herunterladen

Aktuelles / Blog

Veranstaltungen

Peace Counts School