Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Anmerkungen

1 Der Anlaß war damals die geplante, später trotz der zahlreichen Proteste ausgeführte und dann nach dem INF-Vertrag von 1987 rückgängig gemachte Stationierung neuartiger Mittelstreckenraketen in Westeuropa, deren extrem kurze Vorwarnzeiten im Falle eines Einsatzes keinerlei Spielraum für die Aufklärung eventueller Fehler, Mißverständnisse usw. mehr ließen. Vgl. Andreas Maislinger, Friedensbewegung in einem neutralen Land. Zur neuen Friedensbewegung in Österreich, in: R. Steinweg (Red.), Friedensanalysen 18 (Schwerpunktthema: Medienmacht im Nord-Süd-Konflikt), Frankfurt/M. (Suhrkamp) 1984, S. S. 392-415, hier S. 403.
2 Siehe dazu sehr fundiert und gleichzeitig gut lesbar: Wolfgang Libal / Christine v. Kohl, Kosovo: gordischer Knoten des Balkan, Wien / Zürich 1992. (Die Autoren waren mehr als anderthalb Jahrzehnte Korrespondenten verschiedener europäischer Zeitungen in Serbien.)
3 verfaßt vom Delegationsmitglied und Redakteur der OÖ. Nachrichten Erhard Gstöttner.
4 verfaßt vom Delegationsmitglied und Redakteur der OÖ. Kirchenzeitung Martin Kranzl-Greinecker
5 verfaßt vom Delegationsmitglied Pfarrer Franz Luger, in: Guernica 3/93 und 1/94
6 Eindrücke vom Kosovo-Konflikt. Bericht einer Delegation aus der Friedensstadt Linz im Herbst 1993, aufgenommen und redigiert von Reiner Steinweg. (Text über: Friedensforschung Linz / Außenstelle des Öster. Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung), Weißenwolffstr. 17a, 4020 Linz); vgl. auch R. Steinweg, Linz - A City in the Neighbourhood of War. Projects and Experiences, in: Christian Wellmann (ed.), From Town to Town. Local Authorities as Transnational, Kieler Schriften zur Friedenswissenschaft Bd 8 / Kiel Peace Research Series Vol 8 (SCHIFF Schleswig-Holsteinisches Institut für Friedenswissenschaften an der Christian Albrechts Universität Kiel), 1998, S. 227-251
7 In Absprache mit der Delegation verfaßt vom Delegationsmitglied Peter Witz, ausleihbar beim Kulturamt der Stadt Linz.
8 Vgl. OÖ. Kirchenzeitung vom 9.7.1998. Der Text kann angefordert werden bei: Friedensforschung Linz, Weißenwolffstr. 17a, A-4020 Linz, Tel./Fax 0043/732-771282.
9 Vgl. Klaus Jürgen Gantzel, Tolstoi statt Clausewitz!? Überlegungen zum Verhältnis von Staat und Krieg seit 1816 mittels statistischer Beobachtungen, in: R. Steinweg (Red.), Kriegsursachen, Frankfurt/M. 1987, S. 25-97
10 Es hat in diesen Jahren schon Bemühungen in diese Richtung gegeben: So hat zum Beispiel das Balkan Peace Team seit 1995 den Dialog zwischen Kosovo-Serben und Kosovo-Albanern gefördert und versucht, auf lokaler Ebene Feindbilder abzubauen und gewaltfreie Konfliktlösungen zu propagieren. Die Nansen-Gruppe, eine norwegische NGO, hat mehrmals Kosovo-Albaner und Kosovo-Serben zu mehrwöchigen Konflikttrainings in Lillehammer eingeladen. Die Pax Christi-Sektionen von Holland und Belgien haben eine Reihe von Dialogveranstaltungen zwischen jungen Kosovo-Albanern und jungen Serben von Kosovo und Belgrad, manchmal auch mit Beteiligung von Jugendlichen aus Nordirland, abgehalten. Auch lokale NGO´s wie die Post Pessimists haben bis 1998 einen intensiven Dialog zwischen serbischen und albanischen Studierenden in Pristina gepflegt. - Für eine tatsächliche Veränderung der Atmosphäre wären aber öffentliche Unterstützung in großem Umfang und das Praktizieren jener Ansätze auf breiter Basis vonnöten gewesen.
11 Der "Appendix B" zu dem Text, den die Delegationen in Rambouillet unterschreiben sollten, wurde am 16.4.1999 auf der "Dokumentationsseite" der Frankfurter Rundschau veröffentlicht. Angeblich war dieser Textteil in Rambouillet noch nicht Verhandlungsgegenstand (Joschka Fischer); aber wenn die jugoslawische Delegation von diesem Text auch nur inoffiziell Kenntnis hatte, ist ihre negative Haltung nachvollziehbar. Ein ungenannter Kommentator aus dem Institute for Global Futures Research (IGFR), Australien, schätzt das Angebot der NATO in Rambouillet wie folgt ein: "The Rambouillet offer was highly inflexible, and appears to be either an embarrassing lapse in judgement, or an offer designed to be refused." (Global Futures Bulletin 1, May, 1999, ISSN 1328-5157, P.O. Box 263E, Earlville, QLD 4870, Australia.
12 Christian Wehrschütz, Wehrexperte und Mitglied des Internationalen Instituts für Strategische Studien, London, hat errechnet, daß Jugoslawien bis August 1999 über hinreichende Energiereserven verfügt, um militärischen Widerstand leisten zu können, in: Der Standard, 6.5.1999, S. 8.
13 Kurier, 9. Mai 1999, S. 5
14 Vgl. Manfred Rotter, Verhandeln, bevor alles außer Kontrolle gerät, OÖ Nachrichten, 20.4.1999; ähnlich, mit bedenkenswerten zusätzlichen Argumenten der ebenfalls in Linz tätige Völkerrechtler Franz Leidenmühler: Die UNO, die NATO und die Tragödie im Kosovo - Kollektive Sicherheit am Ende?, in: cogito - Zeitschrift für linke Hochschul- und Gesellschaftspolitik; Sondernummer 7a/1999. Rotter hatte kurz vor dem Krieg bereits alternative Vorschläge unterbreitet: Manfred Rotter, Kosovo: Völkerrechtsexperte warnt vor NATO-Militärschlag. Wider die politische Vernunft, Der Standard, 22.3.1999.
15 Vgl. den Versöhnungsappell serbischer Oppositionsgruppen, veröffentlicht in der taz ("Die Tageszeitung") vom 7. Mai 1999, Tagesthema S. 4 (siehe Anhang).
16 Vgl. dazu die umfassende Darstellung durch Berth Theuermann, Friedenskonsolidierung, in Cede/Sucharina-Behrmann (Hrsg.), Die Vereinten Nationen. Wien 1999, S. 101-116.
17 Ein Vorstoß der Friedensstadt Linz im Jahr 1996, gemeinsam mit anderen österreichischen Städten ein solches Konflikttrainingsprogramm in Bosnien-Herzegowina als Langzeiteinrichtung auf den Weg zu bringen, ist leider an mangelnder Resonanz und Unterstützung aus anderen Städten gescheitert; siehe die Beschreibung des Projekts in dem Aufsatz von R. Steinweg, Fußnote 5.
18 Bisher kann nur der Sicherheitsrat solche Entscheidungen treffen. Es ist anzunehmen, daß die Regionalorganisationen in bezug auf Fälle, die in ihre Zuständigkeit fallen, flexibler reagieren knnen als der Sicherheitsrat.
19 Das gilt nur für Fälle, die ab Inkrafttreten des Statuts von Rom auftreten (könnten).

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