Home / Themen / Kriegs- und Gew... / Warum spielen K... / Abbild kindlicher Realität
"Die Kinder sind deshalb so fasziniert davon, weil sie ein Abbild ihrer aktuellen Realität sind; sie sind schwach und ohnmächtig und verträumt, gegen eine Welt, die eigentlich für sie aus aluter bösen Dingen besteht. Wo sie überall an Grenzen stoßen. Wo es überall diesen Raum von Kindheitn icht für sie gibt, den sie eigentlich bräuchten. Um aus ihrer Phantasie damit fertig zu werden, ist für sie ein Held attraktiv, der mit Hilfe seiner Freunde dagegen ankämpft. Aber das wäre der Spiegel für uns, wir gucken in den Spiegel und sehen, aha, das machen wir also, das produzieren wir."
Wie andere Pädagogen und Psychologen, so etwa der Psychoanalytiker Bruno Bettelheim, setzt sich Christian Büttner dafür ein, Kinder nicht nur mit angenehmen, positiven Bildern zu konfrontieren, sondern auch mit zornigen und gewalttätigen Phantasien:
"Was immer etwas unterbelichtet wird, ist die Vearbeitung von unangenehmen Erlebnisse. Denn unangenehme Erlebnisse sind für Kinder ja häufig Gewalterlebnisse oder Mißhandlungen, und wenn die sich dann im Spiel ausdrücken, dann drücken sie sicheben in Form von Aggressionen aus, gegen Dinge oder Figuren oder Mitfiguren, mit denen sich Kinder identifizieren, und dann kommen zwei Aspekte zum Vorschein, das eine ist der Opferaspekt, daß die Opferposition wiederholt wird, im Spiel, aber - und das, glaube ich, ist viel schwerer auszuhalten - es wird auch die Vergeltungsposition, die Rachegefühle, die werden auch ausgespielt, und man kann sich der Vergeltung und Rache nur mit Mitteln bedienen, die dafür geeignet sind. Also es muß eine bestimmte Stärke dafür vorhanden sein, und es muße ine besondere moralische Instanz wirksam sein, die Gerechtigkeit schafft für das,
Südwestfunk 2. Programm, 1.10.88, Notizen aus der Pädagogischen Provinz. Wider die Dämonisierung der Muskelprotze - Aggressionsspielzeug im Kinderzimmer.