Home / Themen / Kriegs- und Gew... / Warum spielen K... / Drei Erklärungsebenen
1. Die gesellschaftliche Realität
von Waffen und insbesondere der (scheinbar) zum Manne gehörende Umgang mit Waffen.
Waffen gehören zur Erwachsenenrealität. Sie sind auf der ganzen Welt anzutreffen. Über bewaffnete Auseinandersetzungen wird in jeder Nachrichtensendung ausführlich berichtet. Dabei wird auch das Bild erzeugt, daß der Manne immer noch der ist, der die Familie beschützen muß und kann. Stärke zeigen ist eines der Hauptattribute, die ein Mann (scheinbar) haben muß.
Kinder spielen zwar Krieg, Überfall, Raub und Mord, aber diese Spiele sind nicht ihre Erfindung, sondern ein Spiegel unserer Erwachsenenwelt. Die oft bedrohliche Welt der Erwachsenen wird dabei immer wieder im Spiel imitiert, um die Eindrücke, Bilder und Ängste zu verarbeiten.
2. Kindliche Ohnmachtserfahrungen.
Kinder mit schwach entwickelter Persönlichkeit erleben die anderen als Bedrohung ihrer Bedürfnisse und ihrer Identität. Sie schaffen sich häufig eine Stütze (z. B. in Form von Spielzeugwaffen), um mit der Realität besser zurechtzukommen.
3. Die Verarbeitung von psychisch belastenden Situationen und Erlebnissen.
Gewalterlebnisse und Mißhandlungen drücken sich im Spiel häufig in Form von Aggression aus.
Solche Aggressionen wenden sich im Spiel dann gegen Dinge oder Figuren mit denen sich Kinder identifizieren. Dabei kommen zwei Aspekte zum Vorschein: Zum einen der Opferaspekt, d. h. das Kind durchlebt im Spiel nochmals die Opferposition. Und als zweiter Aspekt den der Vergeltung (des Täters). Hier werden Rachegefühle ausgespielt und nachgespielt.
Günther Gugel: Augen auf beim Spielzeugkauf. Was Sie über Gewaltspielzeug und Gewalt in Medien wissen sollten. Tübingen 1998, S. 5