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Krieg spielen ist also nicht nur zu lernen, Gewalt anzuwenden und zu Töten (im Spiel), sondern auch erfahrene Gewalt zu verarbeiten. Wir meinen nicht: Krieg spielen erzeugt gewaltsame Haltung bei Kindern, sondern es verstärkt sie nur in eine bestimmte Richtung. Wir meinen, Kriegsspielen ist die Widerspiegelung von Gewalt, die die Kinder täglich erleben: im Elternhaus, auf der Straße, in der Schule, und auch Gewalt im Fernsehen spielt dabei eine große Rolle. Wenn unsere Kinder täglich erleben würden, wie in Auseinandersetzungen eine friedliche Lösung gesucht wird, käme wohl kaum eines auf die Idee, das Kriegspielen zur Perfektion zu treiben. Wir sehen hier also eine direkte Verbindung zur übrigen Umwelt der Kinder.
Nikolaus Stumpfögger (1977)