Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Tabuzonen der Erwachsenenwelt erforschen

Mit dem Weltraum als Spielfeld dringt - wie wahrscheinlich immer wieder in zeiten technischer Neuerungsschübe - die avancierteste, die kühnste, ausgreifendste Waffentechnik modellfömig ins Kinderzimmer vor und gewöhnt den entzückten Nachwuchs an die Provokationen des kommenden Jahrtausends. Aber es wäre zu kurz gedacht, beschiede man sich mit dieser Interpretation. Kinder zieht es mit magnetischer Kraft in die Tabuzonen der Erwachsenenwelt, sie wollen vor allem das kennenlernen, was nicht einmal die Großen verstehen. Sie wollen enormer sein als alle Erwachsenen zusammen und in übermenschlich kühnen Aufschwüngen die ganze Welt vor dem Untergang retten oder sie für immer preisgeben. Besonders in ihren Kriegsspielen entwerfen sie solche heroischen Aktionen. Heute, wo Krisen und Katastrophen zunehmend "global" erscheinen, ist der Blick auf den Globus von einem außerirdischen Stützpunkt her nur angemessen. Während man früher von unserer Erde als von "der Welt" sprach, sagt man heute immer häufiger "der Planet", damit hindeutend auf die Grenzen unsres Sonnentrabanten und auf seine Platz in der Ordnung des Alls.

Die Kinder hören das genau heraus und machen sich einen Reim darauf. Sie wollen entweder zur Rettung antreten oder zur Flucht.

Barbara Sichtemann: ... denn et tut niemandem weh. Die ZEIT, 25.10.91

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