Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Das Kind gegenüber der Aggressivität und dem Einfluß seiner Umwelt

Das Potential an Gewalt, d.h. die Aggressivität des Kindes zu beherrschen und zu verstehen, läuft darauf hinaus, etwas ganz Natürliches zu begreifen und zu analysieren. Die Aggressivität ist ein dynamisches Element im Wachstum des Kindes.

Erzieher, Soziologen und Kinderärzte gehen häufig sogar so weit, zu sagen, daß Kinder, die niemals Gelegenheit hatten, AGgressionen mit anderen Kindern auszutauschen, im Erwachsenenalter dazu neigen, zwischen unnötiger Unterwerfung und einer übermäßigen Willkürherrschaft zu schwanken (A. Storr).

Zwischen Aggressivität und Gewalttätigkeit ist ein Unterschied zu machen.

Der "Bericht des Untersuchungsausschusses über Gewalttätgikeit, Kriminalität und Verbrechen", der kürzlich veröffentlicht wurde (...), weist darauf hin, daß die Spielzeugwaffe in keinem Fall als möglicher Anreiz zur Aggressivität oder Gewalttätigkeit genannt wird ...

Wenn wir versuchen, das Problem des Kriegsspielzeugs aus der Sicht des Kindes zu begreifen, müssen wir feststellen, daß durch dieses Spielzeug niemals ein Krieg verursacht wurde. Auf alle Fälle handelt es sich bei diesem Problem weniger um das Spielzeug als um die Umwelt, in der das Kind spielt. Das Spielzeug ist nur ein Mittler zwischen dem Kind und der Welt, in der es lebt. Somit ist die familiäre Atmosphäre viel entscheidender für den Charakter des Kindes als das Spielzeug. Die Kinder werden gewalttätig, wenn die Eltern zur Gewalttätigkeit neigen oder wenn sie der Gewalttätigkeit ihrer Kinder nicht entgegentreten.

Schließlich sollte man einsehen, daß das Spielzeug häufig nach den Phantasie- und Angstvorstellungen der Erwachsenenwelt hergestellt wird; wenn man den Kindern das Kriegsspielzeug entziehen will, so bedeutet das, ihnen einen Teil ihres Universums zu nehmen.

Die natürliche Aggressivität des Kindes zu unterdrücken, bedeutet, es in seiner Entfaltung zu hemmen. Ist diese Hemmung des Kindes aber etwas anderes als eine Vergewaltigung, die sich gegen das Kind selbst richtet?

Europäisches Parlament. Bericht im Namen des Ausschusses für Jugend, Kultur, Information und Sport über Kriegsspielzeug. Berichterstatterin Marie-Jane Prurot. 14.6.1982, Dokument 1-228/82, S. 10.

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