Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Kein militärisches Verhalten

Frage: Siehst du einen Zusammenhang zwischen dem Kidnerspiel mit Kriegsspielzeug und späterem militaristischem Verhalten, einer bestimmten Einstellung zum Krieg, zur Armee?

Hilmar T.: Ich will nicht so weit gehen, daß also der Umgang mit Kriegsspielzeug im Erwachsenen später eine kriegsfreundliche Haltung etwa erzeugt. Aber ich halte es für möglich bei etwa in bestimmter Hinsicht geschädigten Kindern, daß Kriegsspielzeug diese angelegte, in der Erziehung angelegte Entwicklung in einer sehr ungünstigen Weise später doch einmal zum Vorschein bringen kann. Ich glaube nämlich, daß die Aggressionen verdrängt sind dann auf ein solches abstraktes Töten mit Hilfe von solchen Werkzeugen, daß zunächst spielerisch, aber später u.U. bei ihnen auch ganz das Gefühl dafür, daß sie Menschen töten, zum Schweigen gebracht haben.

Christian Büttner: Erzieht Kriegsspielzeug zum Krieg? Eltern antworten. Frankfurt 1978, Manuskript Hemmungen werden abgebaut

Subjektiv befindet sich der Spieler in einer Notwehrsituation. Notwehrsituationen sind unter anderem dadurch gekennzeichnet, daß Aggressionstabus nicht gelten, weil die Erhaltung des eigenen Lebens Vorrang hat gegenüber demjenigen des Angreifers. Durch die Rahmenbedingungen und die Struktur der Kriegsspiele werden also die Voraussetzungen dafür geschaffen, umfassende Wut und Destruktion hemmungs- und schuldlos zu entbinden.

Die Darbietungsweise durch den Automaten verstärkt die besinnungslose Aufnahme des Kampfes gegen das "Böse". Der Spielrausch wird erzeugt durch ständige Steigerung des Schwierigkeitsgrades und Verstärkung der Geräuschkulisse. Mit der Bedrohung durch die feindlichen Objekte wird auch die akustische Stimulation durch den Automaten gesteigert. Angst vor der Vernichtung und Lust am Zerstören des Feindes werden auch auf dieser Ebene unterhalb der bewußten Wahrnehmungsschwelle aufgepeitscht.

Christian Büttner/Hans-Georg Drescher: Wenn nur erst der Feind vernichtet ist. In: Psychologie heute 1/83, S. 75

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