Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Sprachzerstörung

Neben die genannten Möglichkeiten der Identifikation zur Bewältigung äußerer Anforderungen und die Flucht aus einer monotonen, einengend stereotypen Lebenswelt tritt der mögliche Effekt der Sprachzerstörung. Wenn wir unter Sprachzerstörung mit Lorenzer die Unmöglichkeit der Entäußerung der eigenen Fantasietätigkeit verstehen, oder anders, wenn sich Fantasie in der Reproduktion von Vorgaben erschöpft, so besteht gerade bei diesen millionenfach vorproduzierten multimedialen Standardfiguren die Gefahr, daß sie bei den Spielenden jede selbstproduktive Fantasietätigkeit normieren und überlagern. Als konfektionierte, vorgefertigte Symbole, die mit dem REiz des Perfekten und Farbigen das Unbewußte verschütten, können sie ihren Beitrag zum Sozialisations- und Domestikationsprozeß von Kindern leisten, der ja darin besteht, die bunte Kinderfantasie in das Schwarz-Weiß der Konvention zu pressen. Der Preis für die Identifikation mit dem He-Man, um gegen Eltern und Umwelt standhalten zu können, wäre dann ein hoher: der Verlust eigenschöpferischer Fantasie.

Bernd Schorb: Gewalt in elektronischen Medien. In: H.-W. Carlhoff/Peter Wittemann (Hrsg.): Jugend - Spiel - Schutz. Stuttgart 1990

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