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Der folgende Text ist ein Auszug aus der Erklärung der "Genfer Konferenz" vom 26.-29. November 1998. Diese Konferenz, in Vorbereitung auf die Haager Konferenz im Mai 1999, organisiert vom Internationalen Friedensbüro, befaßte sich mit der Situation der Friedenserziehung in Europa.
Am Ende des Jahrhunderts ist der Bedarf an Friedenserziehung größer als je zuvor. Die Menschheit sieht sich Herausforderungen in nie dagewesenem Umfang gegenüber, wie im Bereich der ständigen Entwicklung von Massenvernichtungswaffen, Konflikten zwischen Staaten und ethnischen Gruppen um knappe Ressourcen, die Ausbreitung des Rassismus und die große und sich ständig vergrößernde Kluft zwischen den Reichen und den Armen überall innerhalb einer globalisierten Wirtschaft. Diese und andere Herausforderungen stellen Formen von Herrschaft und Gewalt dar:örperliche, strukturelle und kulturelle.
Um darauf vorbereitet zu sein, diese komplexen und mit einander verbundenen Probleme anzugehen, verdient die kommende Generation eine radikal andere Erziehung Programme, Methoden und Ressourcen, die wir unter dem breiten Dach der Friedenserziehung zusammenfassen. Unserer Auffassung nach beinhaltet das Zugänge, die in der Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umwelterziehung, Abrüstungserziehung, Konfliktlösung, Medienkritik, Gender Studies, Erziehung zur Weltbürgerschaft und internationale Beziehungen verwendet werden, wie auch in eher traditionellen Themenbereichen. Wir sind überzeugt, daß Strategien, die auf die gesamte Schule oder die gesamte Bildungsinstitution zielen, langfristig am besten geeignet sind, Resultate zu erzielen. (...)
Wir unterstreichen deutlich die Sichtweise, daþ Friedenserziehung ein ganzheitlicher Prozeþ sein soll, der weit über die Schulmauern hinaus auf das Leben der Gemeinde ausgedehnt ist, zu den Massenmedien und zur Populärkultur und als solche muß sie Perspektiven aus allen Disziplinen integrieren. Zugleich sollte sie als grundlegender Bestandteil des formellen (und informellen) Erziehungssystems in allen Ländern anerkannt werden. Wenn dies nicht geschieht, wird es ihr immer an Glaubwürdigkeit, Status und Verantwortlichkeit mangeln.
Eine besonders wichtige Rolle sollten die Institutionen der Lehrerausbildung spielen, einschlieþlich derer, die LehrerInnen für die Grund- und Berufsschulen vorbereiten. Die LehrerInnen leiden an wachsenden administrativen Belastungen und brauchen Unterstützung zur Vorbereitung von Programmen, die neue Wege gehen und Teamwork und Zusammenarbeit entwickeln. Dies gilt sowohl für die Ausbildung wie für die Fortbildung. Wir ermutigen Verlage, Materialien zur Friedenserziehung herauszugeben und ihre effiziente Verteilung sicherzustellen. (...)
Wir verlassen diese Konferenz mit wenigstens einem klaren Ziel. Friedenserziehung muß überall auf allen Ebenen des Erziehungssystems angeboten werden. Die Regierungen müssen ihren eleganten Erklärungen durch reales Engagement Nachdruck verleihen, indem sie wesentlich größere Geldmittel zur Verfügung stellen und somit neue Programme der Lehrerausbildung und der Entwicklung von Führungskompetenzen sowie ein größere Beteiligung der Jugendlichen selbst an ihrer eigenen Erziehung ermöglichen.
Insbesondere rufen wir jedes Land auf, als Beitrag für die Dekade der "Kultur des Friedens" Pläne für Friedenserziehung inklusive einem System der Evaluierung zu entwickeln. "Gute Praxis" reicht nicht. Es muß eine weltweite Kampagne gestartet werden. Organisationen, die auf diesem Gebiet arbeiten, sollten kooperieren, um ein gemeinsames Netzwerk zu bilden. (...)
Frieden bedarf einer weltweiten Anstrengung!
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Das englische Original wurde von Werner Wintersteiner ins Deutsche übertragen und mit einem neuen Titel versehen. Der gesamte Originaltext ist erhältlich über das International Peace Bureau/Bureau International de la Paix, 41 rue de Zurich, CH-1201 Genf, Schweiz.
Email: mailbox@ipb.org Im Anschluß an diesen Aufruf hat sich auf der Haager Konferenz eine Inititativgruppe gebildet, welche eine "Weltweite Kampagne für Friedenserziehung" organisieren möchte. Es wurden lang-, mittel- und kurzfristige Ziele festgelegt. Die Gruppe hält ihre Kontakte über einen email-list-server. Anmeldung: Betty A Reardon <bar19@columbia.edu> |