Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Onlinemedien im Bildungsbereich - Versuch einer knappen Charakteristik

Die Struktur und die Art der Angebote für und aus dem Bildungsbereich könnte man (immer noch) als Suchbewegung charakterisieren: Als Suchbewegung nach Inhalten und Darstellungsformen, die mit dem Problem, daß keine inhaltlich und darstellerisch verläßlichen Kriterien vorliegen ebenso zu kämpfen hat, wie damit, daß erst eine eigene Didaktik der neuen Medien entwickelt werden muß.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß sich die Inhalte und Darstellungsformen zum einen vor allem an vorhandenen Printmedien orientieren. Zum andern stark im Bereich der Verweissysteme angesiedelt sind (z.B. "Link-Sammlungen").

Die Schnellebigkeit des Phänomens Internet bedingt, daß laufend neue Angebote hinzukommen, andere wieder verschwinden. Was heute aufzufinden ist, ist morgen nicht mehr vorhanden oder an anderer Stelle plaziert. Das alle 12-18 Monate stattfindende "Re-Design" der Server ist hierfür ein wichtiges Indiz und führt zur weiteren Verwirrung.

Die vorfindbaren Angebote sind wenig differenziert, kaum nach Schulstufen oder Lernvoraussetzungen gegliedert und wenden sich primär an LehrerInnen. Modular aufgebaute Lerneinheiten, die von Lernenden systematisch erarbeitet werden können, sind kaum zu finden. Der für Lernprozesse notwendige und nicht zu unterschätzende Unterhaltungswert der Angebote tendiert gegen Null.(4)

Die Möglichkeiten des Netzes werden nur in Ansätzen wahrgenommen. Es ist eine weitgehende Konzentration auf das WWW festzustellen. Der Bereich der Newsgroups wird im entwicklungspädagogischen Bereich (anders als z.B. im Umweltbildungsbereich) als Kommunikationsplattform bislang kaum wahrgenommen.

Auch auf programmtechnischer Ebene werden die Möglichkeiten von Bildungsservern nur in Teilbereichen realisiert: Schrift dominiert; Bilder haben keine eigenständige didaktische Funktion; Videos und Audiobeispiele fehlen bislang weitgehend. Die programmtechnische Plattform wird nach persönlichen Vorlieben und nicht nach prinzipiellen Überlegungen ausgewählt.

Festzustellen ist auch, daß die Auseinandersetzung und die Reflexion über Neue Medien, trotz der allerorten proklamierten Notwendigkeit der Vermittlung von "Medienkompetenz" erst am Anfang steht. Eine breite fundierte medienkritische Auseinandersetzung fehlt weitgehend.

Im Folgenden soll der Bereich der Bildungsserver näher untersucht werden. Zwangsläufig sind damit eine Reihe prinzipieller Überlegungen und Anfragen verbunden.

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