Home / Themen / Lernen mit Neue... / Bildungsserver,... / Wer bietet in Deutschland Bildungsserver an?
Auf Bundesebene(11) gibt es u.a. zwei große (z.T. staatlich geförderte) Initiativen: den "Deutschen Bildungsserver" und die Aktion "Schulen ans Netz". Der Deutsche Bildungsserver(12) ist ein gemeinnütziges Kooperationsprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft gefördert und an der Humboldt-Universität Berlin entwickelt wurde und betreut wird. Der Deutsche Bildungsserver ist primär ein Verweisserver, der Informationen darüber bereit stellt, welche Ressourcen, wo vorhanden sind.(13) (An der Humbold Universität Berlin ist auch der Server des "Schulweb"(14) angesiedelt, der sich als "Deutscher Server für Schulen im Web" versteht. Auch er beinhaltet vor allem eine differenzierte Verweisstruktur.)Die Aktion "Schulen ans Netz"15, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit der Deutschen Telekom gegründet und u.a. auch von Apple und Stern gesponsert wird, hat das ursprüngliche Ziel, 10.000 Schulen ans Netz zu bringen bereits 1998 erreicht. Nunmehr sollen alle deutschen Schulen bis zum Jahr 2002 einen Netzzugang erhalten. Die Aktion "Schulen ans Netz" fördert vor allem die technische Grundausstattung sowie die Qualifizierung von LehrerInnen. Darüberhinaus werden inzwischen (etwa mit "Lehrer Online") auch eigene Projekte und Materialien angeboten.
Während die bisher genannten Projekte quasi "von oben" initiiert wurden, hat sich die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. (ZUM) in Freiburg schnell zu einem bundesweiten Informationspool für Unterrichtsressourcen entwickelt. LehrerInnen arbeiten hier ehrenamtlich unter dem Dach eines gemeinnützigen Vereins mit dem Ziel, im Web eine Basis für Lern- und Lehrhilfen zu schaffen.16
Eine völlig andere Art von Bildungsserver sind die Online-Lern-Angebote von Hochschulen und Universitäten, (etwa der Fernuniversität Hagen) die Seminare oder ganze Studiengänge via Internet anbieten oder die sich entwickelnden Angebote im kommerziellen Weiterbildungsbereich.17
Auf Landesebene haben praktisch alle Bundesländer inzwischen länderspezifische Bildungsserver aufgebaut, die i.d.R. an den zentralen Fortbildungseinrichtungen der Länder angesiedelt sind. (In NRW z.B. am Landesinstitut für Schule und Weiterbildung
, in Baden-Württemberg am Landesinstitut für Erziehung und Unterricht).18 Die Angebote und Funktionen dieser Bildungsserver gehen über Verweisstrukturen weit hinaus und bieten vielfältige Materialien an. Die einzelnen Bildungsserver auf Länderebene sind dabei sehr verschieden strukturiert: Die Spannbreite reicht z.B. im technischen Bereich von der vollen Integration ins Web bis zur Schaffung eines eigenen geschlossenen Landesnetzes ohne Übergangsmöglichkeit ins Internet. Sie reicht im Bereich der Inhalte von der Vorgabe von Wissen (also einer weitgehenden Auswahl und Strukturierung "von Oben" bis zu nahezu unkoordinierter Produktion von Daten in weitgehend "selbstverwalteten" Teilbereichen von Servern.Im Themenfeld des "Globalen Lernens" gibt es im schulischen Kontext Landesserver mit entsprechenden Angeboten inzwischen in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen und Bremen.(19)
Vor Ort nimmt die Zahl von Schulservern kontinuierlich und schnell zu. Inzwischen sind bereits mehrere tausend Schulen im Netz präsent. Hier sind neben Selbstdarstellungen, Schülerportraits und schulinternem oft spannende Projekte zu finden, die durchaus auch überregional von Bedeutung sind und oft originellen Charakter haben.(20)
NGOs bieten auf ihren Servern viele bildungsrelevante Materialien an, sind jedoch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, selten ausschließlich auf den Bildungsbereich ausgerichtet.(21) Einzelne NGO's (wie z.B. Brot für die Welt) sind dazu übergegangen neben ihren "Hauptservern" eigenständige Bildungsserver aufzubauen.(22)
Naheliegend ist, daß Schulbuchverlage zunehmend nicht nur reine Produkt-Werbung ins Netz stellen, sondern darüberhinaus auch Buchteile (etwa beim Beltz-Verlag) oder aktuelle Richtlinien (z.B. beim Kieser-Verlag) anbieten. Aktualitätendienste und Unterrichtshilfen sind bereits heute zunehmend über das Netz zu beziehen. Allerdings sind sie zunehmend anmelde- und kostenpflichtig, wie etwa bei dem Gemeinschaftsserver der Schulbuchverlage "Bildung-Online: "b-o.de" oder bei Cornelsen.
Interessant ist, daß zunehmend auch Firmen (wie z.B. Apple oder Telekom) spezielle Bereiche für Bildung im Web eingerichtet haben (Apple: "global education"
, Telekom: "global-learning").
Projektorientierte Server (wie etwa "globe-germany.de" oder "global-march.de") stellen eine spezifische Art von Bildungsserver dar, die i.d.R. auf ein thematischen Problem oder einen spezifischen Lernbereich ausgerichtet sind und oft konkrete Aktionen unterstützen.