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Im entwicklungspolitischen Film und in den Reportagen über Krisenregionen wird das Leben der Frauen dargestellt. Da sie im allgemeinen keine Führungsposition (vergl. Ex-Jugoslawien, Somalia) einnehmen, wird dem Leben der Frauen freilich nicht die gleiche Bedeutung zugemessen wie den Männern, die "Politik machen", "Kriege führen" und beenden. Bei der Analyse von Features über das Leben der Frau ist darauf zu achten, ob die Frau als Appendix männlicher Handlungen in Erscheinung tritt oder ihr eine eigene Individualität zugebilligt wird. Frauen als Krisen- und Kriegsberichterstatterinnen sind die Ausnahme. Vergleiche das Stichwort Männer.
positiv: Günstigenfalls beschreibt eine entsprechende Fernsehsendung Frauenschicksale nicht nur im Kontext der (medien-) traditionellen Opferrolle: die Mutter versorgt die Kinder, der Vater ist im Krieg. Die Rolle der Frau als Friedensvermittlerin wird gezeigt, ihre Stellung in einer Nachkriegsgesellschaft erörtert. Positiv sind und wären Beiträge, die das Spannungsverhältnis der Geschlechter in Krieg und Frieden deutlich machen .
negativ: Die Frauen und ihr Leben werden als "soziales" Randproblem in Krieg und Krise gezeigt und dienen vor allem der affektiven Unterfütterung des Krisenberichts. Die soziale "Mittäterschaft" der Frau bei Kriegen bleibt bislang weitgehend unberücksichtigt, obwohl sich die Frage danach stellt. Die "schwarzen Mütter" Afrikas werden nur zu oft als biologische Funktionsträgerinnen im Familienkontext vorgestellt. Eine Individualisierung fehlt meist, was auch an fehlenden Bildunterschriften in den Filmen ausgemacht werden kann.