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Das Fernsehen spiegelt in vielfältiger Weise Gewalt - reale oder fiktionale. Kinder und Erwachsene erleben sie am Bildschirm sehr unterschiedlich und reagieren darauf unterschiedlich. Ekel, Mitleid, Spannung, Angst und Gleichgültigkeit können durch Gewaltdarstellungen hervorgerufen werden. Die Medienberichterstattung bildet Wirklichkeiten nicht nur ab, berichtet nicht nur (scheinbar neutral) über Geschehenes, sondern inszeniert häufig genug durch Verschweigen und Überbetonung eine eigene Medienwirklichkeit.
positiv: Wenn es gelingt, die Hintergründe von Gewalt, Krieg und Krisen aufzudecken, kann die vordergründige Präsentation von Gewalt im Bild gerechtfertigt sein. Es kann nicht darum gehen, sie vom Bildschirm zu verbannen. Entscheidend ist der Kontext, in denen die Gewaltmuster eingebettet sind. Wie verhält sich der Kommentar zum Gezeigten (Text-Bild-Schere)? Wird dem Zuschauer eine Erklärungshilfe geboten? Werden Menschen als Erklärungsmuster für Gewalt herangezogen oder wird dieser Hintergrund ausgeklammert?
negativ: Gewalt wird als Kitzel und Schocker präsentiert, die vor allem unterhaltenden Charakter haben. Krieg und Gewalt werden als ein "Naturzustand" gezeigt, der wie ein Gewitter oder Regenguß keiner weiteren Erklärung bedarf. Der Mensch wird im Bild als "Ware" und Objekt der Kamera gehandelt. Voyeuristische Bildeinstellungen entkleiden geschundene Menschen ihrer Würde. Dennoch gibt es spektakuläre Gewaltszenen im Fernsehen, die zwar "anstößig" sein können, zugleich aber der Prävention von Gewalt dienlich sind - die Grenze ist fließend.